BestenListen 2009

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- Die wichtigsten Bücher
zum Thema Ländlicher Raum -

 

Unsere BESTENLISTEN 2009

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Die BESTENLISTE - Nr. I/2009

(Frühling 2009)

 

Platz 1

Manfred Mai: Winterjahre. Roman von der Schwäbischen Alb. Silberburg-Verlag, Tübingen 2007. (ISBN 978-3-87407-761-3)

Der Roman spielt auf der „rauhen Alb“, die die einheimischen Bauern, wegen ihrer Bodenhärte und der immer wieder herausgepflügten Steine „des Teufels Hirnschale“ nennen. Der Ort der Handlung ist die knapp dreitausend Seelen beherbergende Gemeinde Winterlingen, deren Einwohner in den 1950er Jahren noch nicht viel anders leben als ihre Vorfahren: Hier wird härter gearbeitet als anderswo; hier ist das halbe Jahr Winter und der Rest des Jahres ist es kalt; hier ist das menschliche Miteinander so kalt und rauh wie die Landschaft. Und mitten hinein in diese „grobe Welt“ wird im Jahre 1949 der sensible Wolfgang, als Sohn von Eugen und Hilde Windbacher geboren, dessen Markenzeichen von nun an sein wird, immer „etwas langsamer“ zu sein, immer „etwas länger zu brauchen“ und daher immer „etwas zu spät“ zu kommen. Ein Kind, nicht geschaffen für diesen kalten Ort, nicht geschaffen für diese unerbittliche Dorfwelt, nicht geschaffen für diese harte Zeit der fünfziger Jahre.

Der Roman verfolgt zwei Erzählstränge: Zum einen erzählt er die persönliche Entwicklungsgeschichte Wolfgangs in Form des Erlebens, Fühlens und Denkens dieses Jungen, zum anderen wird damit gleichzeitig auch eine Sozialgeschichte des kindlichen Aufwachsens in einem Dorf der 1950er Jahre nachgezeichnet. Der Lebensweg Wolfgangs wird zu einem langen, qualvollen Leidensweg, weil er - aufgrund seiner feinen Beobachtungsgabe - so viele Fragen an alles und alle hat, aber immer wieder mit dem unerbittlichen Sensenspruch: „Das verstehst du nicht !“ niedergemäht und so klein gemacht wird. Er wurde als „Stammhalter“ nach zwei Schwestern freudig begrüßt, vom anfangs stolzen Vater auch immer bevorzugt, aber er spürte auch immer wieder die große Distanz zu seinem Vater, seine Enttäuschung darüber, dass er nicht seinem Jungenbild entsprach, eher ein „Mamakendle“ war, viel zu ruhig und zu brav, um ein „richtiger Mann“ zu werden. Die Enttäuschung über den zu weichen Sohn schlug auf den Vater zurück, denn er hatte sich gewünscht durch einen Sohn selbst ein „richtiger Mann“ zu werden, konnte aber – da der Sohn kein „richtiger Junge“ war, nun auch kein „richtiger Vater“ werden. Neben diesem durchgängigen Hauptproblem eines angespannten Vater-Sohn-Verhältnisses gibt es im Leben des heranwachsenden Wolfgang aber noch viele anderen kantigen Stolpersteine: Die kalten Hände der Lehrerin Fräulein Winkler, die sich wie ein Würgegriff um seinen Hals legten. Der Jähzorn des Lehrers Herr Inger, der nicht nur mit Prügelorgien Angst und Schrecken verbreitete, sondern Wolfgang dorf-öffentlich anprangerte und ausgrenzte, indem er ihn neben den „Halbdackel“, den geistig-zurückgeblieben Sohn der Familie Burger, setzte. Die älteren Schwestern, die ihn im gemeinsamen Bett immer wieder mit Horrorgeschichten so drangsalierten, bis er zum „Hosasoicher“ („Bettnässer“) wurde, was den Vater veranlaßte, zu neuen Wort-Schlägen gegen seinen Sohn auszuholen: „A Hososaicher isch der ! Und so ebbes will mei Sohn sei ! Schaff mir den bloß aus de Auga !“ Nur die schützende Hand der Mutter und die warme Höhle, die er verspürte, als er fortan bis zu seiner Genesung bei der Mutter schlafen durfte, hatten Schlimmeres verhindert.

Ein derart vor-sensibilisiertes Kind empfindet die Welt mit anderen Augen und Gefühlen: Das dunkle Kellerverlies, in den ihn der Vater immer wieder einsperrte, blieb jahrelang ein bedrückender Ort. Das Plumpsklo wurde zu einem Angstort, dort im „großen Loch“ verschlungen zu werden. Die Ratten und Mäuse, die im Keller und auf dem Dachboden in allen Hohlräumen dribbelnd auf- und abgingen und von ihm nur noch durch die Tapete getrennt schienen, verursachten eine Dauergänsehaut. Aber es gab auch Glücksmomente im geschundenen Leben des andersgeratenen Wolfgang: Der Rausch, als er als einziger mit dem Schlitten über die Ski-Schanze fuhr, bei der Landung seinen Schlitten zertrümmerte und bei der halb-ohnmächtigen Lage im Schnee noch die volle Bewunderung der anderen Kinder verspürte. Oder auch als er auf dem Cannstatter Wasen, als er mit nur einem Los den Hauptgewinn, einen riesigen Teddybären, gewann und noch mehr als der Gewinn ihn die Ansage des Budenbesitzers: „Du bist ein Glückspilz !“ beglückte: Es war das erste Mal, dass er so im Mittelpunkt stand.

Der zweite – neben der Entwicklungsgeschichte von Wolfgang – verfolgte Erzählstrang des Buches ist eine szenische Aneinanderreihung von wunderbar ausgemalten Bildern aus dem dörflichen Alltag der 1950er Jahre, auch wenn die sehr naturalistischen Beschreibungen meist keine schönen Orte zeigen, sondern eher die Ekelorte, wie z.B. die schimmelpilz-geschwärzte Waschküche, den moder-feuchten Keller oder den Ratten-Tummelplatz Stall.

Bei allen im Buch auch vorkommenden Sonnentagen und Sommertagen (= Freibadtagen) überwiegt die Kälte dieser Zeit, dieses Ortes und der in dieser Zeit und in diesem Ort verfangenen und „erkalteten“ Menschen, überwiegt die „Winterzeit“, das vor allem bei den sensiblen Heranwachenden weitverbreitete Gefühl, dort ständig „unterkühlt“ zu leben und innerlich Schritt für Schritt zu „erfrieren“. So werden aus den vielen erlebten „Wintertagen“ die aufeinander folgenden „Winterjahre“, die dem Buch letztendlich seinen Titel gaben. Das Buch ist eine intensive Zeitreise in die „eisige Dorf-Landschaft“ der 1950er Jahre, die in der gespiegelten Biographie des Jungen „noch kälter“ wird und „noch eisiger“ erscheint. Wer die 1950er Jahre selbst auf dem Dorf erlebt hat, findet in dieser bildgetreuen, literarischen Wiedergabe viele Szenen aus dem eigenen Erleben wieder. Ein Buch, das einem wie ein Sog hineinzieht in diese Zeit, in das Erleben dieser Zeit aus dem Blickwinkel eines 6-10jährigen Dorfjungen, und nicht mehr losläßt, bis das Buch zuende ist und selbst dann noch nachwühlt, weil es eigene Geschichten und Erinnerungen neu aufgewühlt hat.

Ein wunderbares Buch, eine großartige Schilderung einer Jugend- und Dorfgeschichte der 1950er Jahre (die sich wohl nicht nur auf der „rauhen Alb“ - so oder dieser sehr ähnlich - abgespielt hat), eine intensive Zeitreise mit hohem Wiedererkennungswert, wie sie wohl nur ein so genau (quasi mit „Kinderaugen“) hinsehenden Kinderbuchautor (verstärkt durch autobiographisch eingebrannte Erinnerungen) gelingen kann. Ein tolles „Kinderbuch“ für Erwachsene, oder genauer gesagt: Ein hervorragendes „Kindheitsbuch“ für Erwachsene und daher zurecht die Nr. 1 unserer BestenListe.

 

Platz 2

Johano Strasser: Bossa Nova. Ein Provinzroman. Pendo Verlag, München / Zürich 2008. (ISBN 978-3-86612-172-0)

„Manchmal denke ich, dass Vresen (in der Wirklichkeit dürfte es sich wohl um die nordwestdeutsche Kleinstadt Vreden handeln) ein ziemlich ödes Kaff ist. Fünfundzwanzigtausend Einwohner, wenn man all die eingemeindeten Dörfer dazurechnet. Wer was im Kopf hat, der sucht das Weite. Als ich mit der Schule fertig war, habe auch ich daran gedacht, von hier wegzuziehen. Aber irgendwie hat es sich nicht ergeben. Vielleicht hängt man doch zu sehr an dem Ort, an dem man groß geworden ist, wo man die Leute kennt, ihre Gewohnheiten, ihre Geschichten. Vielleicht bin ich auch einfach nicht der Typ, der weggeht, alles hinter sich lässt, um etwas Neues auszuprobieren. Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, denke ich manchmal, dass man noch mal was Neues machen müsste. Aber jetzt sind nicht die Zeiten danach. Jetzt kann man froh sein, wenn man sein Auskommen hat.“ Dieses „Provinzmanifest der Zurückgebliebenen“, das der Ich-Erzähler so formuliert hat, fasst den gesamten Spannungsbogen des Romans zusammen: Es geht um die Sehnsucht des Weggehens, des Reisen, des Etwas- Neues-Machen und es endet immer wieder im Bleiben, in gescheiterten Reiseausbrüchen und im Kleben am Ort. Eine gealterte Clique von Freunden der Generation 50+ trifft sich immer wieder in der lokalen Scene-Kneipe „Bossa Nova“ (die wie eine fremde Sonneninsel mitten im Kleinstadtalltag, in einer Siedlung mit Einfamilienhäusern, gepflegten Vorgärten, schneeweißen Gardinen und Blumentöpfen vor den Fenstern, gestrandet zu sein scheint), um dort über ihre Kleinstadtgeschichten zu sinnieren und stetig von der „neuen Welle“ zu schwärmen, die einem doch eines Tages „hinaus ins große Meer der Welt“ spülen wird. Doch der Kleinstadtalltag hat anderes vor: Alle Ausbruchsversuche werden ausgebremst: Durch inneres Scheitern, den Krebstod, neue Perspektiven vor Ort. Die „Welt draußen“ bleibt unerreicht und unerlebt und wird allein begierig in den Erzähl-Geschichten der „lebenssatten Draußengewesenen“ und  „weltgereisten Rückkehrer“ hereingeholt, stellvertretend miterlebt, nicht aber selbst erlebt. Und das immer wieder angelegte Scheitern hat seinen Sound: Das Lied von Antonio Carlos Jobim: „Garota de Ipanema“, das immer dann wie ein Ab-Gesang aus der Musikbox dringt, wenn wieder einmal eine Hoffnung an eigener Unwegsamkeit zerschellt ist und die Melancholie in den Tränen der Trauer baden lässt. Das „Bossa Nova“ wird seit seiner Gründung in 1970er Jahren zur alltäglich-aufgesuchten Rückzugsinsel der gealterten „Provinz-68er“, die einst hofften, mit ihm die „wirkliche Welt“ nach Vresen bringen zu können und damals noch daran glaubten, dass die Zukunft ihnen gehören müsse. Mit dem Grau der Jahren ist dieses Gefühl verpufft und wurde durch ein unheimliches „Geräusch der Leere“ ersetzt, „einer Leere die sich mitten im Land auftut, einer Leere, die, wenn wir nicht Acht geben, sich ausbreitet, bis sie alles erfasst.“ „Dann“ – so der Ich-Erzähler - „spiele ich manchmal mit dem Gedanken, dass da noch etwas kommen muß, etwas Bedeutendes, etwas, das uns mit einem Schlag offenbart, wozu es uns gibt“. Und tatsächlich passieren auch solche Momente in den Geschichten, z.B. als die bisher kaum miteinander kommunizierende Nachbarn nach einer gemeinsamen Aufräumaktion eines vom Sturm quer zu allen Gründstücken gefällten Baumes, innerlichen so aufgewühlt sind, dass in der anschließenden Spontanfeier alle Konventionen fallen und völlig hemmungslos getanzt wird. Oder es werden kleine Erinnerungslöcher in das Eis des Kleinstadtalltags geschlagen und es erscheint in ihnen wieder das Traumbild als damals Bernd und Rita im strömenden Regen draußen tanzten, kreischten, sich im nassen Grün wälzten und sich die Kleider vom Leib rissen. In solchen Augenblicken werden dann die ersehnten Ufer sichtbar, „die wir nie zuvor betreten haben und von denen wir wissen, dass wir sie nie wieder betreten werden.“ Die „kleinen Fluchten“ werden immer wieder gesucht, um auszuprobieren, wie es gewesen wäre, wenn es geklappt hätte, und sie enden immer wieder in der gleichen, ernüchternden Einsicht: Ich bin nicht weit gekommen und muß mich wohl damit abfinden, dass es für weitere Ausbruchsversuche nun wohl endgültig zu spät ist. Obwohl alle Provinzakteure eigentlich nicht richtig begreifen, „wie das funktioniert, unser Leben hier in Vresen“, wollen sie im Grunde aber auch nichts von alle dem missen, was zu ihrer gewohnten kleinen Welt gehört. Und sie kommen daher konsequenterweise zu ihrer ganz persönlichen „kleinstädtischen Lebensweisheit“, die plausibel erklärt, warum sie nie wirklich wegkommen werden: „Ich dachte daran, was ich zurücklassen würde, ging alle Dinge und Personen durch, die hier bleiben würden, während ich verreiste, und die womöglich nicht mehr dieselben wären, wenn ich zurückkäme.“ Nur einer aus der Clique hat wirklich die „große Reise“ angetreten, der an Krebs verstorbene Bernd, aber auch er war damit nicht wirklich aus Vresen herausgekommen.

Das Buch ist ein wirklicher Provinzroman, der nicht nur im Kleinstadtmilieu spielt, seine Anekdoten aus den Einzelgeschichten von Manne, Maria, Karl, Bernd, Max, Rita, Barbara, Alfred, Giulio, Fitek und Fräulein Riemann bezieht, sondern vor allem das tiefe Lebensgefühl der Provinz sehr gut beschreibt und trifft: Die Gleichzeitigkeit des irgendwie Verloren- und Verträumt-Seins, die abgelaufene Zeit und der explodierende Augenblick,  das sichere Gewohnte und das überraschend Unerwartete, passieren nicht nur in Vresen, denn „was hier passiert, könnte überall passieren, passiert so oder ähnlich wahrscheinlich Tag für Tag in Tausenden von Provinznestern auf der Welt“. Und diese Momente liefern überall in der Provinz gerade die Geschichten, die uns so trefflich dabei helfen, „die Lücken und Risse, die den Zusammenhalt unser kleinen Welt bedrohen“ zu verdecken.

Vielleicht ist dieses Buch der wirklich echte „68-Provinz-Roman“, weil er 1968 aus der vollen Realität von 40 Jahren danach, aus dem Blickwinkel der heutigen „Mitte-Sechziger-Generation“ heraus beleuchtet und in der Rückschau des todkranken Bernd so unverschämt ehrlich klingt: „War eine wilde Zeit damals – und weißt Du, was das Merkwürdige ist ? Bis vor kurzem dachte ich immer, das kann mir keiner nehmen. Das gehört zu meinem Leben, egal, was sonst kommt. Aber jetzt denk ich manchmal, das war damals gar nicht ich, oder ich denke, so, wie ich jetzt lebe, das muß ein anderer sein. Verstehst du, was ich meine ?“ Für uns ein echte Entdeckung und daher zurecht der Platz 2 in unserer BestenListe.

 

Platz 3

Stefan Bölts / Wolfgang Nethöfel (Hrsg.): Aufbruch in die Region. Kirchenreform zwischen Zwangsfusion und profilierter Nachbarschaft. Netzwerk Kirche, Band 3. EB-Verlag, Hamburg-Schenefeld 2008. (ISBN 978-3-936912-88-3).

Obwohl das Thema „Regionalisierung“ für die Kirchen eigentlich kein neues Thema ist, sondern bereits seit den 1970er Jahren immer wieder diskutiert wird, hat es sich in den letzten Jahren zu dem zentralen Strukturthema sowohl in der evangelischen, als auch in der katholischen Kirche entwickelt. Die Ursachen für die aufgebrochene, inzwischen sehr breite „Regionalisierungsdebatte“ in den beiden Volkskirchen liegen zum einen in den innerkirchlichen Verschiebungen (wie z.B. im Rückgang der Kirchenmitglieder, in den sinkenden Kirchensteuereinnahmen und in dem - vor allem bei den Katholiken - eingetretenen Priestermangel) begründet, zum anderen sind sie die Folge von stattgefundenen Verschiebungen im gesellschaftlichen Bezug zur Kirche (wie z.B. der, im rapiden Schwund der Kirchenbesucher allgemein-spürbaren Relevanzkrise von Kirche vor Ort, der zunehmenden Ausdifferenzierung der kirchlichen Nutzermilieus und der neuen und gestiegenen Erwartungen an das Pfarramt). Hinzu kommt, dass sich in einigen Kirchengemeinden im Zuge dieser Prozesse und des allgemeinen demographischen Wandels die lokale Kirchengemeinde bereits zu einem kleinen Kreis einer alternden Kerngemeinde (quasi zu einem „ekklesiologischen Altersheim“) heruntergeschrumpft hat, die Kirche lokal nur noch in einer Art „Club- und Wagenburgmentalität“ pflegt und damit jegliche Öffnung und Veränderung erstickt. Das idyllische Bild, dass unter jedem Kirchturm ein Pfarrer sitzt, ist häufig nicht nur nicht mehr finanzierbar, sondern auch von Seiten der alltäglichen praktischen Bedeutung der Kirche vor Ort auch nicht mehr zu rechtfertigen, d.h. die Notwendigkeit zur Regionalisierung ist auf breiter Front gegeben. Das Problem dabei ist, dass der Begriff der „Regionalisierung“ heute in Regel – wie es beim einst auch eher positiv–besetzten Begriff der „Reform“ ebenfalls der Fall war – inzwischen eher negative Assoziationen hervorruft und zum Synonym für Zwangsfusion, Gemeindeauflösung oder den Abbau von hauptamtlichen Stellen im kirchlichen Arbeitsbereich geworden ist. Gegen diese „Enteignungs-Ängste“ hat es die Regionalisierung schwer, ihre Vorteile einer profilierten und strukturierten Aufgabenverteilung zu vermitteln. Gerade im ländlichen Raum kommt bei vielen älteren Gemeindebewohnern noch die „traumatische Erfahrung“ mit den negativen Folgen der Gebietsreform und der dauerhaften infrastrukturellen Ausdünnung hinzu: Nachdem den Dörfern ihre Eigenständigkeit und Selbstversorgung geraubt wurde, will nun auch die Kirche – als die letzte verbliebene Basis einer Großorganisation im Dorf – ihre Bastion räumen, sich, als meist noch einziger Kulturträger, Begegnungsort und Orientierungspunkt in der Fläche, davonmachen. „Die Kirche muß im Dorf bleiben !“ wird für diese, meist älteren, Kirchengemeindemitglieder zu einer zweiten Glaubens- und Glaubwürdigkeitsfrage für und an ihre Institution. Sie sind mit der felsenfesten Einheit von Ort und Kirche, mit dieser lokal-eingebetteten Parochie, mit der klaren Parole: „Ein Dorf – ein Pfarrer“, aufgewachsen und können und wollen sich eine Kirche außerhalb dieser Ordnung nicht vorstellen. Sie sind auch kaum umzustimmen mit den Argumenten der Regionalisierungs-Befürworter, die ins Felde führen, dass die Dörfer heute längst mobile Orte, eingebunden in eine regionale Arbeitsteilung, mit sehr ausdifferenzierten Bürgerinteressen, geworden sind und die Kirche dieser neuen Komplexität und Realität auch in ihrem Angebot und in ihren Organisationsstrukturen endlich folgen sollte.

Der „Regionalisierungskampf“ in der Kirche tobt also weiter und ihre „neue regionale Subjektwerdung“ zwischen „Heimatmuseum und Zukunftswerkstatt“ wird andauern. Gleichzeitig ist festzustellen, dass es, obwohl es zu diesem Thema inzwischen Reformpapiere, Studien und Arbeitshilfen zuhauf gibt, diese offensichtlich an der Kirchenbasis kaum Beachtung finden. Die Kirche hat ein Kommunikationsproblem das darin liegt, ihren Mitgliedern ihre Reform nicht klar verständlich und nachvollziehbar machen zu können. Diese Diskrepanz war eines der Motive, diesen Sammelband aufzulegen, um der breiter werdenden Schar von Interessierten diesen, bisher primär auf der kircheninternen Funktionärs- und Wissenschaftsebene geführten, Diskurs zugänglich zu machen. Der Reader versammelt sowohl ältere grundlegende Artikel, als auch aktuell-erstellte Einzelbeiträge zum Thema, stellt sowohl analytische Beiträge, als auch Erfahrungsberichte vor und bietet auf seinen umfangreichen 475 Seiten eine Fülle von Anregungen, Diskussionsbeiträgen und Praxisansätzen zum Thema „Regionalisierung“. Obwohl das Buch primär die Kirchendiskussion innerhalb der evangelischen Kirche wiedergibt, befinden sich in ihm auch Artikel zur Regionalisierungspraxis aus der katholischen Kirche. Die beiden Volkskirchen sind also in der „Frage der Regionalisierung“ wieder ökumenisch vereint.

Der große Verdienst dieses Sammelreaders ist, dass er mit dieser sehr guten Zusammenstellung der teilweise bisher nur in einzelnen Fachzeitschriften oder kircheninternen Materialsammlungen, Leitfäden und Richtlinien, geführten Diskussion diese nun öffentlich zugänglich macht und sie damit quasi in den öffentlichen Gemeinderaum hinein rück-überträgt. Ein wichtiges Buch für alle Kirchenmitglieder, Kirchenengagierten und Kircheninteressierten, die sich zur Kirche vor Ort Sorgen, Gedanken oder Reformwünsche machen und vor allem für die Kirchengemeinden und Bürger in den Dörfern, für die es die Chance bietet, aktiv und informiert an dieser Strukturdebatte teilzuhaben und teilzunehmen. Dieses Buch wird von uns zur breiten Lektüre und Diskussion empfohlen und gehört daher zurecht auf Platz 3 unserer BestenListe.

 

Platz 4

Ulrich Deinet (Hrsg.): Methodenbuch Sozialraum. Lehrbuch. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009. (ISBN 978-3-531-15999-7)

„Sozialräumliche Ansätze“ haben inzwischen den ganzen „Raum der Sozialarbeit und Sozialpädagogik“ erreicht und geradezu besetzt: Sozialräumliche Methoden in Kindertageseinrichtungen, Sozialräumliche Ansätze in der Schularbeit Sozialräumlich-orientierte Jugendarbeit,  Sozialraumerkundungen mit Älteren, Sozialräumliche Stadt- oder Ortsteilreportagen, usw.

Das inzwischen sehr breite und ausdifferenzierte „Themenfeld: Sozialraum“ listet das hier vorliegende „Methodenbuch Sozialraum“ (mit von kompetenten Autoren verfassten Beiträgen) sehr gut auf. Neben einer Einleitung vom Herausgeber, werden in einem Einleitungskapitel die theoretischen Ansätze (d.h. die „methodischen Felder der Sozialraumforschung“, die aktuelle „Theorie- und Methodendiskussion“ um den Sozialraum-Ansatz und die „Sozialräumlichen Haltungen und Arbeitsprinzipien“) grundlegend erläutert. Den Hauptteil des Buches bildet ein umfangreicher Konzeptionsteil, der die sozialräumlichen Analysen, Beteiligungs- und Erkundungsmethoden in der Kinder- und Jugendarbeit, in der Schul- und Stadtteilarbeit, in der Jugendhilfe und Altenarbeit, im Umgang mit realen und virtuellen Räumen, an jeweils konkreten Fallbeispielen aus Stadt und Land umfassend und praxisnah vorstellt. Das besondere dieser Publikation ist, dass sie die sonst vorherrschende Dominanz einer meist stadt-geleiteten Sozialraum-Diskussion mit drei Beiträgen, die exklusiv „ländliche Sozialraum-Ansätze“ vorstellen, durchbricht. Waldemar Stange und Steffi Holzmann stellen unter dem Stichwort „Großgruppenmethoden“ theoretisch fundiert und anwendungsnah ihr sehr umfangreiches Methodenset sozialräumlicher Beteiligungsmodelle zur „Sozialraum- und Lebenswelt-Analyse“ vor: Die Bewegungslandkarte, der schnelle Sozialraum-Check, das Bewegungsdiagramm, der Disku-Markt, öffentliche Dialog- und Kommunikationswände, die aktivierende Poster-Befragung, die objektive Landkarte, der Fotostadtplan, aber auch komplexere Methoden, wie z.B. Zukunfts- und Sozialraumwerkstätten, Planing-for-Real-Methoden für die Arbeit an Stadteil- und Dorfmodellen oder als Planspiel in der Jugendarbeit. Albert Herrenknecht und Thomas Tschöke werten zum ersten Mal konzeptionell die drei wichtigsten „Vorläufermodelle“ der sozialräumlichen Jugendarbeit (die „Politische Kundschaft“, die „Spurensicherung“ und die „Dorfanalyse“) in ihrem Zeitkontext der 1970er und 1980er Jahre und in ihrer Nutzung als „methodischer Steinbruch und Erfahrungsschatz“ für die heutige sozialraum-orientierte Diskussion, aus. Sabine Behn und Katja Stephan wollen mit ihrem Modell der „Regionenspiele“ (die bewußt die Tradition der Stadtspiele, Schnitzeljagden und Gelände-Ralleys aus der Jugendarbeit aufnehmen) Jugendliche (vor allem in den vom starken Strukturwandel gekennzeichneten Regionen Ostdeutschlands) dazu zu animieren, selbst auf Heimatentdeckungs- und eigenständige Raumaneigungs-Tour zu gehen. Diese Methode soll verhindern, dass Jugendliche ihre Umwelt nur noch als Ausdünnung und Verlust erleben, an dieser sozialen Kälte erstarren, in ihren Aktivitäten quasi „erfrieren“ und damit nicht mehr in der Lage sind, ihre Zukunft-Welt eigenständig zu gestalten.

Das Buch bietet eine Fülle an methodischen Ideen und praktischen Tipps und auch die städtisch-orientierten Beiträge können als konkrete Fallbeispiele durchaus auch für die ländliche Sozialarbeit wichtige Anregungen liefern. Es ist – trotz einiger sprach-verquasteter Artikelabschnitte - ein gelungenes und praxisorientiertes Handbuch geworden, das für alle, die sich mit sozialräumlichen Methoden in der eigenen Praxis beschäftigen, unbedingt in ihren Handapparat gehört und dafür durch die Wahl in unsere BestenListe wärmstens empfohlen wird.

 

Platz 5

Peter-Georg Albrecht / Hans-Luidger Dienel (Hrsg.): Vielfältig. Überschaubar. Kinderfreundlich. Familienleben in Sachsen-Anhalts kleineren Städten. Ergebnisse des Projektes „Ländliche Lebensmodelle junger Menschen und Familien in Sachsen-Anhalt“. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2007. (ISBN 978-3-89812-480-5)

Glaubt man der Mehrzahl der journalistischen und auch fachwissenschaftlichen Verlautbarungen über den ländlichen Raum in den ostdeutschen Bundesländern, so zeichnet sich dort das düstere Bild einer in breiten Schrumpfungsprozessen untergehenden Soziallandschaft ab. Im Vordergrund dieser Krisenmeldungen stehen meist nur die „Standortnachteile“ der ostdeutschen ländlichen Kommunen, weniger aber die durch die Menschen, die bleiben, definierten „Standortvorteile“, die die Menschen ja gerade in ihren Orten halten. Vor allem  den „Bleibefamilien“ sind „ihre“ Orte ans Herz gewachsen und sind ihre „mentalen Krafträume“ – trotz aller sozial-ökonomischen Widrigkeiten – vor Ort ein „gelingendes Leben“ aufzubauen. Was sind die Motive dieser Familien, wider den Trend zu halten ? Wie leben die, die noch da sind ? Was macht für sie das Positive und das Negative am Leben in einer Kleinstadt aus ?

Um dies herauszufinden wurden zu einer lokalen Erhebung in Sachsen-Anhalt sieben Modellorte ausgewählt. Die Städte: Coswig, Gerbstedt, Isenburg, Mieste, Stendal, Wanzleben und Weißenfels. Die Laufzeit des Projekte betrug zwei Jahre (vom November 2005 bis November 2007). In diesem Zeitraum wurden 70 Interviews mit örtlichen Familien durchgeführt, sieben Veranstaltungen und Zukunftswerkstätten mit insgesamt 85 Bürgern organisiert und gemeinsam lokale Leitbilder entwickelt.

Im Zuge der Befragung stellte sich heraus, dass in den jeweiligen Orten sehr unterschiedliche Typen von Familien vorhanden sind, was dazu führte, „sieben Familien-Typen“ zu unterscheiden: Die „Einheimischen“ („Das Vertaute und das Gemeinschaftliche ist das, was die Kleinstadt so attraktiv macht“), die „Zugezogenen“ („Der Zuzug war eine bewusste Wahlentscheidung. Man kommt aber in das Leben am Ort nur rein, wenn man selbst offen ist.“), die „Alleinerziehenden“ („Was mich an der Kleinstadt begeistert sind die Möglichkeiten, mit Kind mit anderen in Kontakt treten zu können“), die „Großfamilien“ („Hier ist für Kinder alles um die Ecke und auch die Kulturangebote für Jugendliche sind gut“), die „Engagierten“ („Wer sich engagiert, organisiert sich seine eigene Kleinstadtbeziehungen“), die „Arbeitslosen“ („Für mich sind die nachbarschaftlichen Beziehungen das was ich an der Kleinstadt schätze“), die „Mobilen“ („Für uns ist wichtig, dass die Kleinstadt verkehrstechnisch gut angebunden ist“). Besonders hervorzuheben ist, dass sich keine der befragten Familien als „Landfamilie“ verstand, sondern klar betont wurde: „Kleinstadt ist hier angesagt, nicht Dorf !“

Neben diesen familien-typischen Unterscheidungen im Verhältnis zur Kleinstadt existieren auch bei der Bewertung des „Bleibens oder Zuziehens“ ganz unterschiedliche Motive: Da gibt es die Zu- oder Rückwanderung aus der Großstadt, die Umsiedlung aus dem „ganz-ländlichen Raum“ wegen der besseren Infrastrukturausstattung der Kleinstädte und der – trotz weiterer Pendlerstecken - bewusste Zuzug, wegen des kleinstädtischen Flairs, dem besonderen Charme der Backsteingotik und der mentalen Bindekraft der kleinstädtischen Welt. Für die alle Bleibenden ist der weitere Verbleib am Ort sehr eng mit dem eigenen Heim (Hausbesitz) und den starken nachbarschaftlichen und innerörtlichen Sozialbeziehungen verbunden. Für Einheimische und Zugezogene gleichsam bedeutend ist der besondere Sozialraum der Kleinstadt für das ideale Aufwachsen der Kinder und Jugendlichen: Der kinderfreundliche Streifraum und der familienfreundliche landstädtische Außenraum zum Spielen, Erholen und Zu-Fuß-Gehen. Diese durchaus positiven Einschätzungen des Kleinstadtlebens in Sachsen-Anhalt dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kleinstädte auch massive Probleme haben. Dazu zählen z.B. der massive Leerstand ungenutzter Läden, Werkstätten und der renovierungsbedürftige Zustand in den Stadtkernen, die häufig, aufgrund falscher oder spekulativer Gebäudewerteinschätzungen blockierten, Betriebsübergaben, die mit dem massiven Schülerrückgang drohende „Entschulung des ländlichen Raumes“ und der daran gekoppelte Einbruch in der ÖPNV-Versorgung. Um diesem Trend entgegenzusteuern, fordern die Autoren der Studie ein neues Leitbild des „Kleinstädtischen Lebensstiles“, als attraktiver Komplementärraum zur Stadt, als größerer Effizienzraum für ortsnahe Verwaltungsstrukturen, als Modellprojekt einer demographie-angepassten, originären „kleinstädtischen“ (nicht mehr großstadt-nacheifernden) Infrastruktur.

Die große Leistung des Buches besteht darin, wirklich die Kleinstadt zu meinen, wenn hier von der „Kleinstadt“ die Rede ist, d.h. es ist ein „echtes Kleinstadtbuch“ geworden, das die Strukturprobleme dieses besonderen Sozial- und Siedlungstyps wirklich durch alle Einzelbetrachtungen hindurch kontinuierlich beleuchtet. Und es ist ein „Mutmachbuch“ für alle überzeugten Kleinstädter, die ihre Kleinstadt gerade wegen ihrer sozialräumlichen Besonderheit lieben. Und es ist ein „Aufmunterungsbuch“ für alle ostdeutschen Kleinstadtbewohner, die mit vollem, atheistischen Trotz verkünden: „Wir bleiben. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche !“ Ein solches „echtes Kleinstadtbuch“ gehört natürlich in unsere BestenListe.

 

Platz 6

Mila Schrader: Tante-Emma-Laden: Kindertraum und Alltagsleben. Edition: anderweit Verlag, Suderburg-Hösseringen 2006. (ISBN 978-3-931824-40-2)

Direktbezug: Edition: anderweit Verlag GmbH, Hinter den Höfen 7, D-29556 Suderburg.

Das Buchprojekt begann mit der Erfüllung eines Kindertraumes, als 2005 die Autorin selbst einen Dorfladen in der Alten Schule von Hösseringen eröffnete, um das Einkaufen „um die Ecke“ wieder zu beleben. In ihm wurden die Waren des täglichen Bedarfs quasi „museal“ präsentiert, denn der Laden wurde – soweit dies die heute strengen verkaufshygienischen Richtlinien zuließen – „historisch verpackt“ und es wurde in ihn in antiquarischen Kaufladen-Regalen präsentiert und verkauft. Die langen Recherchen zu dieser Rekonstruktion eines echten „Tante-Emma-Ladens“ im historischen Ambiente brachten als Nebenprodukt diese bunt-bebilderte Broschüre einer „Kleinen Sozialgeschichte des Tante-Emma-Ladens“ hervor. Auf 80 Seiten wird die lange Geschichte der Kaufläden in allen ihren Formen, in der Stadt und auf dem Lande, vom Mittelalter bis zum Niedergang dieser Verkaufsform in den 1970er Jahren, dargestellt und auch den aktuellen „Nachfahren von Tante-Emma“ auf dem Lande, den Nachbarschaftsläden, Tankstellen-Shops, Kiosken, Hof- und Dorfläden, ein Kapitel gewidmet. Das „Einkaufen um die Ecke“ war immer mehr als nur das Einkaufen von Waren, denn es war immer auch ein Einholen von Informationen über das Geschehen vor Ort. Die soziale Funktion dieses „Face-to-Face-Einkaufens“ wurde erst richtig erkannt, als sie durch das Auflassen der kleinen Läden mit ihren besonderen Personen hinter der Theke wegfiel, was für viele Kunden ein Wegfall von Heimat, Geborgenheit und Vertrautheit bedeutete. Hinter der Theke das waren die Menschen mit Schürze und Kittel, die Herr über die vielen Schulladen waren. Die Menschen vor der Theke das waren die Menschen mit dem Einkaufkorb und dem Fahrrad, die Zeit zum Einkaufen mitbrachten, um möglichst viel an lokalen Informationen aufzuschnappen oder selbst genug Zeit hatten, um ein wenig zu plaudern. Die „Kleinen Läden“ war die Banken des kleinen Geldbeutels, die Vertrauenskredit durch Anschreiben gewährten, die als „stille Post“ für andere Erledigungen (z.B. als Ersatz-Apotheke) fungierten und wahre „Fundgruben“, in deren Regalen man immer noch etwas finden konnte, weil so gut wie nichts nach einer Inventur verramscht wurde. Diese ortsnahen Läden hatten mit ihren apothekengleichen Einrichtungen, ihren schweren, verzierten Registrierkassen und ihren blankpolierten Massivholz-Theken, ihre besondere „Waren-Ästhetik“. Und sie waren das Vorbild für so viele Puppenstuben, in denen der Verkehr des Ein- und Verkaufens von Kindesbeinen an gelernt wurde. Alle diese Momentaufnahmen haben ihren Bilderplatz in diesem Buch, das mit einem Adressenanhang der in die Museen geretteten Kaufläden abschließt.

Ein schönes Buch, mit viel Liebe zum Gegenstand und Detail, von einer überzeugten Dorfladen-Anhängerin gemacht, das von seinem Inhalt und seiner hervorragenden Aufmachung her unbedingt in unsere BestenListe gehört.

 

Platz 7

Thorsten Scharnhorst: Die Zeit der Lederhosen. Eine Jugend am Niederrhein. Klartext Medienwerkstatt GmbH, Essen 2006 (ISBN 978-3-89861-631-7)

Schon die ersten Sätze machen deutlich, dass hier ein sprachlich geschulter Presse-Journalist über seine Kindheit und Jugendzeit im niederrheinischen Dorf Drevenack und über seine gymnasiale Schulzeit in der nahen Kreisstadt Wesel schreibt. Die Texte sind zum einen selbst-erlebte Autobiographie, zum anderen nach-recherchierte lokale Zeitgeschichte, verbinden also sehr eindrucksvoll literarische Erzählgeschichte mit journalistischer Spurensuche.

Die  Eltern des kleinen Thorsten betrieben den dörflichen Kolonialwarenladen und bescherten ihm dadurch eine unbesorgte Landkindheit bis zum Tag der Katastrophe, als der Laden vom Gerichtsvollzieher ausgeräumt wurde und bei dem Jungen einen schockartigen Verlust von Geborgenheit, Vertrautheit und Sicherheit auslöste: „Heimat ist dort, wo der kleine oder große Mensch geliebt wird und sich geborgen fühlt. Meine Heimat war verloren, weil mein Vater ein schlechter Kaufmann ist.“ Das ganze Trauma der Pleite beschreibt er eindrücklich in der Geschichte „das leere Haus“, denn mit der Wurzel des Elternhauses wurden quasi auch alle erlebten Geschichten, die Abenteuerspiele im Wald, die ersten Zigarettenzüge, die warmen Tröstungen der Mutter, mit herausgerissen.

Als Kind (Jahrgang 1940) erlebt Thorsten noch die Kriegszeit mit: Die britischen Bomberschwaden, die das Ruhrgebiet heimsuchten. Den Munitionszug, der unweit der Drevenacker Bahnstation explodierte und ein tagelanges Krachen und Heulen auslöste. Oder die Fliegeralarme, die ihn selbst mehrmals zum Verlassen des Zuges zwangen. Die anderen Kriegsgeschichten, wie die Wahnsinnstat dreier Hitlerjungen, den Vormarsch der Briten noch mit Panzerfäusten zu stoppen, oder die Hinrichtung sowjetischer Kriegsgefangener, wurden nicht selbst erlebt, sondern als Erinnerungsgeschichten nachgetragen.

Im Zentrum der Erzählungen steht die dörfliche „Lederhosen-Generation“ für die „ihre Lederhose“ das Statussymbol „lederner Vollkommenheit“ war: Sie machte die Jungen älter, war beim täglichen Spielen geradezu unverwüstlich und war das Sinnbild der umherstreifenden Dorfjugend. Wurden nicht nur die Lederhosen der älteren Brüder aufgetragen, sondern bekam man seine „erste Eigene“, so war das ein ganz besonderer Tag voller Stolz. Die „Lederhosen-Generation“ gab es in allen Dörfern der 1940er bis 1960er Jahre und ihre Dorfereignisse ähneln denen in Drevenack: Das Zinkwannenbaden am Samstag, das ungeliebte Harken des Unkrautes. Das Sattessen beim Hausschlachten. Der Wurmbefall, der angesichts der allgemeinen Schlankheit nicht bemerkt wurde. Das Angeben und Prahlen mit dem Aufrüsten der Fahrräder durch irgendwelche lärmerzeugenden Maschinen. Oder der Jahreshöhepunkt - die Drevenacker Kirmes - mit seinem rauschhaften Schiffschaukel-Überschlag und dem lustvollen Elektrokarren-Rammen der Mädchen-Autos.

Das Besondere bei der Schilderung der Kindheitserlebnisse des kleinen Torsten ist die breite Darstellung der erotischen Kindheitserlebnisse: Des schamhaften Samenergusses vor der Tante, der missglückte Annäherungsversuch an die heißverehrte, schwarzhaarige Ingrid am Badesee. Oder die gegenseitige erektive Befingerung der Jungen im Wald. Solche Geschichten bestimmten doch mehr als die vielen Alltagserlebnisse im Dorf das eigentliche Jugendleben dieser Jahre und wurden von vielen so oder ähnlich erlebt. Aber darüber zu sprechen war damals und noch lange danach ein öffentliches Tabus. Wie überhaupt das große Schweigen, das Hauptmerkmal dieser Zeit war: „Wir hatten keine Fragen. Es war die Zeit des Schweigens. Auch in den Familien, auch bei uns in der Schule“. Trotz der überall sichtbaren Trümmerhaufen hatte die Epoche des Dritten Reiches keinen Platz im Lehrplan.

„Das ganze Dorf ist ein Marktplatz vielfältiger Redseligkeit. Morgens an der Molkerei, abends in der Kneipe, sonntags nach der Kirche. So ganz viel dringt ja aus der Welt bis hierher auch nicht durch, und so interessiert eben am meisten, was in der Nachbarschaft geschieht.“ - Dieser „dorfphilosophischen Weisheit“ folgend hat, der Autor uns nochmals teilhaben lassen an diesen selbstproduzierten Nachrichten aus der halb-hermetischen, kleinen Dorfwelt am Niederrhein, in einer Sprache, die diese Heimat wiedergibt, weil sie gerade das bisher Unausgesprochene mit zur Sprache bringt. Ein Buch, das (wie zunehmend andere Kindheitsschilderungen zu dieser Zeit auch) Jahrzehnte gebraucht hat und mutige Autoren, die sich nun autobiographisch outen, um endlich auch über das zu berichten, was bisher unter das Tabu des dörflichen Schweigens fiel. Dieser Erzählband hat uns mit seinen lebensnahen Geschichten eine neue, bisher verdrängte, Dorfwahrheit erschlossen und gehört daher zurecht in unsere BestenListe.

 

Platz 8

Dieter Kremp: Damals auf dem Dorfe. Reihe Biographische Schriften. Medu-Verlag, Dreieich 2005. (ISBN 3-938926-13-9)

Dorfgeschichten über das Aufwachsen auf dem Dorf, vor allem über das noch sehr agrar-kulturell geprägte Dorf vor 1960, gibt es inzwischen viele, denn viele Hobbyautoren, worunter – dorfüblich – nicht wenige Lehrer gehören, haben nun als Pensionäre Zeit, ihre Erinnerungen zu kultivieren und zu Papier zu bringen. Auch der Autor dieses Buches gehört dem besagten Lehrerstand an und ist nicht nur beruflich-bedingt, als Ex-Biologielehrer, ein ausgewiesener Kenner und Schätzer der Natur.

Wie er zu seiner „Berufung“ kam, schildert er ausführlich in den vorliegenden Erinnerungsstücken, deren Ausgangspunkt seine „persönlicher Lehrmeisterin“, die ihm so vieles über Natur, Kräuter und Garten vermittelnde Großmutter, war. Folgerichtig wird seine Erinnerung an das Aufwachsen im saarländischen Dorf Steinbach (bei Ottweiler) eine eng verwobene Mischgeschichte von kindlichen Erlebnissen und erlebter Dorfökologie, von Dorfereignissen und Kindergeheimnissen, von dörflichen Brauchtümern und lokalen Irrtümern, zwischen denen immer wieder eine besondere Blütenpracht herausragt und Blumen in allen Lebenslagen, selbst beim Abzählvers der Blütenblätter („Sie liebt mich – sie liebt mich nicht ...“) von symbolträchtiger Bedeutung sind.

Eine Kindheit „gebettet auf Blumen“, ein Dorf noch autofrei und voller Natur, ein Dorf der „verzaubernden Gartenzäune“, hinter denen sich „heilige“ Sträucher verbargen und wahre Sinnes-Paradiese eröffneten. Dieses „Verzaubertsein“ in einen solchen Ort wird bis in die Sprache der Schilderung dieser Dorfwelt hinein spürbar. Sie ist geradezu „geschmückt“ mit diesen bunten Bildern und hat die angenehme Leichtigkeit der literarischen Landschafts- und Sprachgemälde von Hermann Hesse. Das Dorf als „ein einziger Garten“, in dem auch noch Menschen leben, deren Gespräche sich aber auch immer wieder – der Leser mag es erraten – um Pflanzen, das Ackern, die Feinde der Ernte, das Einbringen des Geernteten, das Sichern als Winternahrung, usw. drehen. Selbst die Eisblumen am Fenster gehören zu diesem „blumen-beseelten Dorf“.

In jeder Geschichte steckt viel an dörflichem Natur- und Erfahrungswissen, das jeder Leser für sich „ausdreschen“ kann, zur eigenen gedanklichen Aussaat nutzen kann. Der quasi in alle Texte „eingebaute ökologische Ratgeber“ läuft ständig in den einzelnen Dorfgeschichten mit. Wären nicht hier und da auch die „harten Dorffakten“ (die Nazi-Propaganda, die Kriegserlebnisse, die Backpfeifen in der Schule) ein Thema, so wären die geschilderten dörflichen Kindheitserlebnisse wohl „viel zu schön, um wahr zu sein“.

Das kenntnisreiche Wissen des Autors über Dorfökologie, Dorfbrauchtum und Dorfdialekt, sowie die gelungene sprachliche Schilderungen des Dorfalltags machen aus diesem Buch ein ganz besonderes „Heimatbuch“, das über die vielen nur „plaudernden“ Dorferinnerungen deutlich hinausragt und daher unbedingt in unsere BestenListe gehört.

 

Platz 9

Leonore Scholze-Irrlitz (Hrsg.): Perspektive ländlicher Raum. Leben in Wallmow / Uckermark. Berliner Blätter. Ethnographische und ethnologische Beiträge, Sonderheft 45 / 2008. LIT Verlag, Münster / Hamburg / Berlin / London 2008. (ISBN 978-3-8358-1411-0)

Glaubt man den oft reißerisch-aufgemachten Pressetexten, deren häufig überzogene Niedergangsscenarien inzwischen auch die fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen erreicht haben, so liegt der ländliche Raum in Ostdeutschland als schwerkranker Patient, durch Arbeitslosigkeit, Ausdünnung und Abwanderung hoffnungslos geschwächt, beinahe flächendeckend, am Boden. Trotz dieser öffentlich-medial verbreiteten „Todesanzeigen“ zeigt sich dieser an der Basis, auf der konkreten Gemeindeebene, in der Realität, allerdings immer wieder als ein sehr lebendiges und aufbruchsorientiertes Handlungs- und Forschungsfeld.

Die 300 Einwohner starke Gemeinde Wallmow in der Uckermark ist ein solches Gegenbeispiel eines „Mini-Leuchtturms“ auf dem Lande: Eine Gemeinde mit Einwohnerzuzug, einer für diese Größe respektabler Infrastruktur, zwei Bio-Landwirtschaftsbetrieben, zwei konkurrierenden Grundschulen, einem bundesweit ausgezeichneten Modell vorbildhafter Gemeindepsychiatrie und einer Vielzahl neuer Lebensformen, die nicht mehr nach dem alten DDR-Modell der „Spezies Wochenendberliner“ funktioniert (die Uckermark war in den 1980er Jahren die „Aussteiger-Region“ der DDR-Intelligenzia), sondern durch dauerhaft Zugezogene, die direkt am alltäglichen Leben vor Ort teilnehmen, gebildet wird. Alle diese Gemeindefelder werden in Einzelstudien der Projektgruppe (gebildet aus Magisterstudenten der Europäischen Ethnologie der Humboldt-Universität Berlin) unter dem Leitthema: „Nachhaltigkeit als Lebensform“ in einem bis 2006 dauernden Studienprojekt beackert. 

Im Mittelpunkt des Forschungsprojektes Wallmow stand die Erforschung der „subjektive Seite der sogenannten Peripherisierung“, also die Frage, wie über das Alltagshandeln, über die soziale Interaktion vor Ort und über spontane Projektgründungen „nachhaltige Zukunft“ gewonnen wird. Mit der  Feldforschung im gemeindlichen Kleinraum sollten konkrete Informationen über die tatsächliche Realität in den ländlichen „Peripherregionen“ gewonnen werden, da die Unkenntnis über die dort anzutreffenden Lebensverhältnisse im Zuge des allgemein geringen öffentlichen und medialen Interesses inzwischen erschreckend ist. Die Untersuchung zeigt, dass Wallmow, bei aller Vorbildlichkeit und Innovationsbereitschaft, auch ein „ganz normales Dorf“ mit den ortüblichen Konflikten zwischen Alteingesessenen und Zuzüglern, zwischen traditionellen Vorstellungen vom Dorfleben und alternativen Lebensentwürfen, zwischen geringer offizieller Bürgerbeteiligung und oft von starken Bürgergruppen getragenen Spontanaktionen (wie z.B. die Errichtung einer Tanzfläche auf dem Dorfplatz), ist.

Den Studenten gelingt es auf durchaus beachtlichem Niveau ihr jeweiliges Themenfeld mit einer fach-thematischen Einleitung und der Dokumentation der eigenen Erhebungen vor Ort zu meistern, quasi „große Themen“ souverän auf die lokale Umsetzungsebene „herunterzubrechen“. Besonders gelungen ist dabei der Beitrag von Paul Buerschaper zur „Dorferneuerung von unten“, in dem er sehr kritisch und kompetent mit den bürger-diziplinierenden, dorfgemeinschaft-ideologischen und gemeinderealitäts-fernen Vorgaben der offiziellen landespolitischen Dorferneuerungsprogramme ins Gericht geht. Diesen Aufsatz sollte jeder lesen, der sich mit der Dorferneuerung vor Ort abmüht und dabei immer wieder den Eindruck hat, hier passen das „Abstrakt-Gewollte“ und das „Gemeindlich-Mögliche“ einfach nicht zusammen. Das in der Dorferneuerung propagierte und angestrebte „gemeinsame große Dorf“ ist ein Mythos und unerreichbares Phantom zugleich. Die Dorferneuerung kommt in der Regel über eine „Betroffenenbeteiligung“ (der Gemeindevertreter, der Immer-Aktiven,  und der unmittelbar-betroffenen Bauherren) meist nicht hinaus.

Das Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie das ausdifferenzierte, genaue Hinsehen und Miterleben vor Ort sehr viel an Realität, aber auch an sichtbaren Potenzialen, zum Vorschein bringt und mit dieser Qualität jeder standardisierten oder heute auch favorisierten, digitalisierten Erhebung (z.B. durch Online-Befragungen) haushoch überlegen. Das Buch gehört als rundum gelungenes Fallbeispiel einer qualitativen Erhebung daher unbedingt in unsere BestenListe.

 

Platz 10

Jürgen Lodemann (Hrsg.): Schwarzwaldgeschichten. Verlag Klöpfer und Meyer, Tübingen 2007. (ISBN 978-3-940086-04-4)

Beim Stichwort „Schwarzwaldgeschichten“ denkt jeder unweigerlich an die erstmals 1843 erschienenen „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ von Bertold Auerbach, der die Sehnsucht der Großstädter nach Wald und Wiese, das „Raus aus Berlin“, so trefflich bediente und zum Inbegriff des Heimatromans schlechthin wurde. Mit dieser Vorstellung von Heimatgeschichten hat die vorliegende Anthologie nichts gemein. Sie ist eher eine Textsammlung kritischer Heimatstücke, deren Autoren weit über den deutschsprachigen Raum hinausreichen. Der Vollständigkeit halber müßte das Buch eigentlich „Schwarzwaldgeschichten aus dem Blickwinkel der regionalen und Weltliteratur“ heißen, denn in ihm finden sich auch Texte von Weltautoren, wie z.B. von Mark Twain, der in köstlicher Form das Maßverhältnis von der Größe des Misthaufen vor dem Haus, zur Bedeutung der Herrschaft im Haus, beschreibt, oder auch Baden-Baden als „fades Städtchen voll leerem Schein und Aufgeblasenheit“ abkanzelt. Andere große literarische Zeitgenossen, wie z.B. Ernest Hemingway erleben im Gasthaus „Rössle“ offenkundigen Ausländerhaß – kein positives Zeugnis für einen weltoffenen „black forest“. Aber auch eine regionale Traditionsgröße, wie z.B. der Heimatschriftsteller und Pastor Heinrich Hansjakob entlarvt sich in seinem abgedruckten Text als knallharter Antisemit und aggressiver Frauenhasser.

Spätestens nach Lektüre dieser Ausschnitte wird klar, dass wir es hier mit „anderen Schwarzwaldgeschichten“ zu tun haben. Liest man die Ahnenreihe der Autoren, die mit Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen beginnt, über Johann Wolfgang von Goethe, Wilhelm Hauff, Gustav Schwab, Berthold von Auerbach, Johann Peter Hebel, bis zu Bert Brecht, Hermann Hesse oder Otto Jägersberg reicht, so wird in diesem Buch ein sehr buntes und breit gespanntes Kaleidoskop einer ganzen Literatur-Landschaft präsentiert, die in ihren Einzeltexten aber immer wieder Überraschendes bereithält: Da entpuppt sich das Märchen das „Kalte Herz“ von Wilhelm Hauff als eine „Ökologiegeschichte des Schwarzwaldes“, die märchenhaft genau den Raubau des Schwarzwaldes für die Fundamentierung des holländischen Städtebaus beschreibt. Oder da lehrt uns die Erzählung von Otto Jägersberg, dass der Erfinder der Spanplatte aus dem Schwarzwald stammt. Aber auch der schwarzwald-typische Freigeist und die von der Obrigkeit so gefürchtete Querdenkerei erhalten ihren Platz in dieser Textgeschichte mit Beiträgen zum Bauernkrieg, zur 1848-Revolution bis hin zum Widerstand gegen das AKW Wyhl.

Das Buch bricht mit allen Klischees, die beim Titel: „Schwarzwaldgeschichten“ normalerweise aufkommen, ohne neue zu produzieren, denn dazu sind die Beiträge und Sichtweisen der Autoren viel zu heterogen. Gerade diese Widersprüchlichkeit in den Texten und der Texte untereinander, macht die dargebotene Sammlung so anregend, den Schwarzwald einmal neu „zu lesen“, alte Bilder zu überdenken und neue Blickwinkel zu beziehen. Das Buch ist eine gelungene Anthologie erhellender Regionalgeschichte, von denen es, in allen Regionen, noch viel mehr geben müsste und daher zurecht in unserer BestenListe.

 

 

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